Jagoda Lessel

Jagoda Lessel wurde in Serbien geboren. Sie machte eine Ausbildung zur Dipl. Krankenschwester und danach studierte sie an der Universität von Priština einige Semester Philosophie. 1968 übersiedelte sie von Serbien nach Wien und arbeitete als Dipl. Krankenschwester. Neben ihrer Berufstätigkeit machte sie die fehlenden Prüfungen nach und nostrifizierte ihre Matura. 1983 schloss sie die Akademie für Physiotherapie ab und arbeitete fortan bis zu ihrer Pensionierung als Physiotherapeutin. 1994 begann ihre künstlerische Ausbildung in der Künstlerischen Volkshochschule Lazarettgasse, die sie durch weiterführende Kurse bei den Professoren Daniel Fischer, Anton Lehmden und Awad Krayem vertiefte. So entwickelte sie schon bald ihren ganz persönlichen Stil in ihrer Malerei.

Jagoda Lessel ist Mitglied in der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs sowie in der internationalen Künstlergemeinschaft arteMIX und bei Bildrecht. Sie ist Mutter von zwei Kindern und Großmutter von fünf Enkelkindern.

Die Werke der Künstlerin vermitteln Energie und Lebenskraft. Sie setzen sich aber auch mit Schmerz und Leid auseinander, Erfahrungen, die ihr aus ihrem Beruf als Physiotherapeutin nicht fremd sind.

Zu ihren Werken meint Jagoda Lessel: „Meine Liebe zu Farben und mein Wunsch kreativ zu gestalten ist die Motivation für meine künstlerische Arbeit. Häufig ist der Mensch das zentrale Thema meines Schaffens. Menschen hinterlassen Stimmungen, die durch Farben und Formen lebendig werden. Dabei ist die Abstraktion meine bevorzugte Darstellungsweise.“

Und so entstehen in einem gestisch, intuitiven Arbeitsprozess bei Lessel häufig Strukturen sich formender Materie – energiegebündelt und farbgewaltig, Schnittstelle, zwischen Figuration und abstrakter Bildkonzeption angelegt.

Ab 1999 folgt eine rege Ausstellungstätigkeit: 120 Ausstellungsbeleiligungen und 70 Einzellausstellungen.

Zahlreiche internationale Ausstellungen führen die Künstlerin nach Ungarn, Frankreich, Tschechien, Deutschland, Südkorea|Seoul, Serbien, Italien, Slowakei, Türkei|Istanbul, Griechenland|Athen, Spanien, Belarus|National Center für Contemporary Art, Schweiz/Zürich, Japan/Tokyo

Auswahl nationaler Ausstellungen:
Museum Langenzersdorf, Künstlerhaus Wien; Galerie Die Ausstellung Wien; Palais Palffy; Stilgalerie; Kunstmesse Salzburg; Kunstmesse Graz; Kunstmesse Gmunden; Kunstmesse Innsbruck; Wienerwaldmuseum Eichgraben; Galerie Alpha Wien; Wirtschaftsmuseum Wien; Galerie Time Wien; Ringstraßen Galerien Wien|Der Kunstraum; Galerie im Turm Baden; MAF Metropolitan Art Volkskundemuseum 1080 Wien; Galerie AKH Wien; Berchtold Villa Salzburg; Haus Wittgenstein Wien; Bildungshaus St. Hippolyt St. Pölten; Sparkasse Horn; Art Galerie Eggenburg; EGA Wien; Amerlinghaus Wien; Galerie Eisenwaren Kamp Wien; Sechschimelgalerie Wien; Loft 8 Wien; Kreativraum Galerie; etc.

2018 entsteht der Katalog Faszination der Malerei. In zahlreichen weiteren Publikationen werden einzelne Werke der Künstlerin vorgestellt.

Ankäufe im öffentlichen Raum:
Younion_Die Daseinsgewerkschaft, Maria Theresienstraße,Sparkasse Horn
Sparkasse Rawelsbach
AK Schloss Jormannsdorf Burgenland
Med. Gesellschaft für Kontinenz Hilfe Österreich
AKH Abteilung medizinische, therapeutische und diagnostische Gesundheitsberufe

ARBEITEN IM ÖFFENTLICHEN RAUM:
Bemalen von Parkbänken: Guldenpark, Wien / Hietzinger Platz, Wien / Altgasse, Wien / Kreiskypark, Wien
Action Painting: WienerWALDbild, Kulturtage Gablitz, NÖ / Wien
Straßenmalaktionen: Wandbemalung, Gänserndorf, NÖ / „Gedankenflurries“, Wien
Der Mariahilfer Kunstweihnachtsbaum

Seit 2009 pXc- Projekt Xchange Botschafterin der Integration.

MITGLIEDSCHAFTEN:
Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs
Bildrecht, arte MIX, Kunstschaffen

Einzel -und Gruppenausstellungen:

TEXTE ÜBER JAGODA

Dr. Michaela Preiner / Die Faszination der Malerei

Dem Menschen scheint ein unstillbares Verlangen nach künstlerischem Ausdruck innezuwohnen. Die frühesten, bildlichen Überlieferungen sind 30.000 – 40.000 Jahre alt. Was darauf zu sehen ist, ähnelt stilistisch zuweilen verblüffend Kunstrichtungen, die im 20. Jahrhundert entwickelt wurden. Menschliche, aber auch tierische, abstrahierte Gestalten, die damals wie heute als solche identifiziert werden und – in der Fachsprache der Kunsthistoriker – „gelesen“ werden können.

Von ihrem sozialen Kontext her wurde die Malerei über die Jahrhunderte unterschiedlich eingesetzt. Waren es ursprünglich, wie man annimmt, rituelle Gründe, um Tiere und Menschen in Höhlenmalereien abzubilden, entwickelte sich vor allem mit Aufkommen der Perspektive die bildende Kunst hin zu einer deskriptiven, also beschreibenden. Was nicht verwundert, denn sie war die einzige Möglichkeit, Vergehendes wie den Menschen und die Natur optisch zu bannen und für die Nachwelt zu erhalten. Mit der Erfindung des Fotoapparates im 19. Jahrhundert jedoch veränderte sich das Verständnis von Kunst grundlegend. Das Außen, das mithilfe der optischen Linse und der Belichtung eines Filmes wesentlich naturgetreuer abgebildet werden konnte als dies jede noch so realistische Malerei vermochte, war innerhalb weniger Jahre nicht mehr das, was es lohnte, auf die Leinwand gebannt zu werden. So blieb den Künstlerinnen und Künstlern zwangsläufig nichts anderes übrig, als ihr Inneres zu erkunden und dies farbig zum Ausdruck zu bringen.

Dieser kleine kunsthistorische Exkurs möge helfen, Jagoda Lessels Kunstauffassung besser zu verstehen.  Sie agiert mit ihrem künstlerischen Ausdruck zwischen dem Spannungsverhältnis einer deskriptiven Malerei, die es seit Jahrtausenden gibt und einer, die das Innere von Kunstschaffenden veranschaulichen möchte. Ihre Bilder sind bei Weitem keine abstrakten Gemälde ohne lesbare Inhalte. Wenngleich das eine oder andere sich beim genaueren Hinsehen auch erst auf den zweiten Blick eröffnet. An der Grenze zwischen Abstraktion und konkreter Darstellung nehmen ihre Werke eine Vermittlerrolle ein. Sie fungieren als Vehikel einer Transkription von persönlich Erlebtem, individuell Erschautem und ebenso einzigartig Gefühltem. Auf diese Weise erzählen Lessels Bilder nicht nur von Ereignissen, sondern geben vor allem vorrangig Aufschluss über deren Verarbeitung, die in der Künstlerin selbst stattfindet.

Als Krankenschwester und später als Physiotherapeutin arbeitete Lessel bis zu ihrer Pensionierung im AKH in Wien. In Berufen also, in welchen sie tagein, tagaus mit Menschen zu tun hatte. Das erklärt gut ihren sehr direkten und offenen Umgang mit Personen im Allgemeinen. Nicht nur mit jenen, die sie näher kennt, sondern auch mit solchen, die nur flüchtig ihren Lebensweg streifen. Ihre offene Art zu kommunizieren beeindruckt heute vielfach die jüngeren Generationen, die es gewohnt sind, sich im Austausch mit anderen hinter den Displays ihrer Handys oder hinter ihren Computerbildschirmen zu verstecken. Jagoda Lessels Menschenzugang ist ein ganz anderer. Dabei hilft ihr wohl auch die Neugierde, ganz im Sinne einer positiven Anteilnahme an den anderen, die es ihr leicht macht, ins Gespräch zu kommen.

Kreative Menschen wie sie verwenden ihre Energie jedoch auch darauf, ihre persönlichen, tiefenpsychologischen Strickmuster in irgendeiner Art und Weise den anderen zu vermitteln. Sei es durch Musik, durch Tanzen, sei es durch Schreiben oder auch durch einen bildnerischen Ausdruck, wie in ihrem Falle die Malerei.  Schon früh bemerkte die Künstlerin, dass es ihr leicht viel, Farben ästhetisch zu kombinieren und so war der Schritt hin zur Malerei für sie ein logischer. Mit Farbe und Pinsel auszudrücken, was sie erlebt, erfühlt und erschaut hat, ist für sie jedoch nicht nur ein Hobby. Es ist mittlerweile über die Jahrzehnte hinweg zu einem unabdingbaren Ausdrucksmittel ihrer Psyche geworden. Einem Ausdrucksmittel, mit dem sie zuallererst ihre Kreativität zum Ausdruck bringt, um dann erst im zweiten Schritt die so entstandenen Bilder als Kommunikationsmittel einzusetzen. Dabei hilft ihr ihr Stil, in welchem sich die Betrachtenden ganz nach eigener Intuition zurechtfinden können. Hier ein Mensch, da ein Tier, hier eine Pflanze, da eine ganze Landschaft – immer wieder sind es Versatzstücke unserer uns real umgebenden Welt, die in ihren Bildern zu entdecken sind. Gerade aber nur so viel, dass sie einen Interpretationsspielraum eröffnen, der ganz persönlich genutzt werden kann.

Das Arbeiten in Werkgruppen kennzeichnet das Oeuvre vieler Künstlerinnen und Künstler. Verfolgen kann man das, seit es Aufzeichnungen über sie gibt. Dieser Arbeitsstil mag damit zusammenhängen, dass ein einmal gefundenes Motiv oder eine Idee zuallererst gestalterisch ausprobiert wird, um danach so lange verwandelt und ausgereizt zu werden, bis sich die Inspiration dazu erschöpft hat. Auch Jagoda Lessel geht diesen Weg. Dabei entstand beispielsweise ein Zyklus über das Thema des Kreuzes, einer, der die 12 Monate des Jahres untersucht oder ein anderer, in dem das Blau des Wassers eine bestimmende Rolle spielt. Es gibt deren noch mehrere, die daran zu erkennen sind, dass die Malerin in ihnen allen versuchte, ihren Stil leicht zu verändern, ohne jedoch die eigene, künstlerische Handschrift dabei zu verlieren.

Diese besteht zum einen daraus, eine Vielfalt an Farben auf den Gemälden zu verwenden, wenngleich diese Farben jeweils eine innere Kohärenz zueinander aufweisen. Zum anderen ist es das immer wiederkehrende, stilistische Element aneinander gereihter, sich abwechselnder Farbflächen, das sich durch ihr gesamtes Schaffen zieht. Einmal werden diese mit schwarzen Linien, sehr graphisch aufgefasst, klar voneinander getrennt. Ein anderes Mal lässt sie die Übergänge, wesentlich weicher gestaltet, malerisch ineinanderfließen. Bei all ihren Bildern ist jedoch eine verdichtete Konzentration zu erkennen. Nicht unbedingt immer in der Bildmitte, dennoch aber von dem Phänomen begleitet, um diese Verdichtung herum ein Aufhellen der Strukturen, eine Verflüchtigung der Materie anzutreffen.

Lässt man sich auf diese Betrachtungsweise näher ein und überblickt nebeneinander einige ihrer Werke, wird klar, dass es sich dabei um den intuitiven Ausdruck eines höchst organischen, menschlichen Zustandes handelt. Weitest gefasst könnte man es als Aufeinandertreffen lebendiger Materie beschreiben. Wollte man sich bestimmter festlegen, so dürfte man getrost von Ballungen menschlicher Wesen oder auch pulsierender Energie sprechen. Damit schließt sich der eingangs angedeutete Weg, Erlebtes malerisch zu verarbeiten. Denn das, was Jagoda Lessel letztlich in ihren Bildern ausdrückt, ist die Beobachtung und die Erfahrung mit dem, was ihr am nächsten steht: dem Menschen. Dank ihrer Faszination an der Malerei und nicht zuletzt an ihrer Begabung und ihrem

Gestaltungswillen gelingt es ihr, diese Erfahrungen mit jenen zu teilen, die offen genug sind, sich auf ihre Bilder einzulassen. Die Augen haben, um zu sehen, ein Herz haben, um zu spüren und eine Seele, um das anzunehmen, wovon Jagoda Lessel im Überfluss zu haben scheint: Eine positive Sicht auf die Menschen, welche die Welt in den buntesten Farben widergibt, die ihre Palette imstande ist, zur Verfügung zu stellen.  

Dr. Michaela Preiner

 

Dr. Isabella Ackerl für Hirschstetten
“Primo il colore” könnte als durchgehendes Motto für Jagoda Lessels Arbeiten stehen.
Lessels Bilder sind abstrakt oder besser gesagt abstrahierend, dominiert von der starken Aussagekraft der Farben. Sie liebt lebhafte, klare, warme und intensive Farben, die dem Betrachter Freude, ein positives Lebensgefühl gepaart mit Energie vermitteln. Der Titel zu ihren Arbeiten entstand assoziativ, die Bewegung, die sich in allen Bildern findet, umschreibend. Sie ist eine Künstlerin, die sich ständig verändert und, neue Wege sucht. Und doch: Hervorstechend und allumfassend ist die Freude an der Farbe und der damit vermittelte Reichtum an Stimmungen. Eher selten entstehen Arbeiten in Pastelltönen, diese überraschen allerdings durch eine reiche Vielfalt an Formen und Gestalten.
 
Franz Vock / Der Weg nach der Kreuzung

Ausstellung lässt „Elemente einer neuen zukünftigen Welt erahnen“

“Das eigentliche Motiv, das mich immer wieder beschäftigt, ist der Mensch. Menschen hinterlassen Stimmungen, die dann durch Farben und Formen lebendig werden. Meine Arbeiten sollen einerseits Energie, Lebenskraft, Tatendrang, Freude und Zufriedenheit vermitteln, andererseits aber auch eine Auseinandersetzung mit Schmerz, Leid und Tod sein”, sagt die Künstlerin Jagoda Lessel, die bei der Eröffnung ihrer Ausstellung „Der Weg nach dem Kreuz“ am 20. April 2012 im Otto Mauer Zentrum Werke aus sieben verschiedenen Schaffensperioden präsentierte.

„Eine bleibende Konstante stellt die ständige Veränderung dar“
In seiner Laudatio wies Dr. Franz Vock von der Katholischen Aktion darauf hin, die aufeinanderfolgenden Schaffensperioden „Kreuz“, „Tomorrow“ (Blick in die Zukunft), „Grenzenlos“, „Steine“ (Erleben von Beschwerlichem und Hindernissen), „Heilige und Heilsames“, „Meereswind“ (Urlaub genießen) und „Feste feiern“ bilden sowohl einen Leitfaden dafür, was Menschen auf ihrem neuen „Weg nach der Kreuzung“ alles erleben können, lassen aber auch Elemente einer neuen zukünftigen Welt eines österlichen Lebens erahnen.

In seiner Einführung in die Ausstellung machte Dr. Franz Vock besonders auf die Vielfältigkeit der Ausdrucksweise in den verschiedenen Schaffensperioden und die Entwicklungslinien in den ausgestellten Werken aufmerksam, aber auch auf die Dynamik der Farben, die nichts Bedrohliches sondern Lebendigkeit vermitteln und das Individuelle aufleuchten lassen. Die Künstlerin sagt selbst dazu: „Eine bleibende Konstante stellt die ständige Veränderung
in meinen Themenstellungen wie in der künstlerischen Ausdruckweise dar.“

Ein Motor dafür waren die schrecklichen Kriegsereignisse in ihrer Heimat
Die gebürtige Serbin Jagoda Lessel lebt seit 1968 in Wien. Seit 20 Jahren gilt ihre große Leidenschaft der Malerei. Ein Motor dafür waren die schrecklichen Kriegsereignisse in ihrer Heimat. Die Malerei wurde zum künstlerischen Medium, mit dem sie versuchte, diese Ereignisse zu verarbeiten und die Trauer und Ängste um ihre Angehörigen und Freunde zu lindern.

Die Künstlerin begann als Autodidaktin, besuchte dann die künstlerischen Volkshochschule und schulte sich kontinuierlich in zahlreichen Sommerakademien und Kunstsymposien u.a. bei Anton Lehmden, Daniel Fischer, oder Avad Krayem. Jagoda Lessel ist Mitglied der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs. Ihre Werke wurden bereits in zahlreichen Einzel- wie Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

Die Ausstellung ist bis Ende Juni 2012 von Montag bis Freitag im Otto Mauer Zentrum, Währinger Straße 2-4, 1090 Wien geöffnet.

Franz Vock

 

Katerina Teresidi / Grenzgängerin

Jagoda Lessels Malerei bewegt sich an der Grenze zwischen konkreten und abstrakten Inhalten. Persönlich Erlebtes, Erkanntes und Erschautes wird hier auf subtile Weise eingefroren in der Zeit, wie untermalte Gefühle, die von der Künstlerin farbenfroh in die Gemälde mit eingeflochten werden.

Bis zu ihrer Pensionierung arbeitete Jagoda Lessel im AKH Wien als Physiotherapeutin. Die erste Ausstellung der Künstlerin fand 1999 ebenso im AKH statt. Der zwischenmenschliche Kontakt, welcher lange Zeit fester Bestandteil ihres Arbeitsumfeldes war, lässt sich anteilsweise in Jagoda Lessels Gemälden in Form von angedeuteten Figuren und versinnbildlichten Geschichten wiederfinden.

Die Kombination abstrakter und figurativer Motive und ihre malerische Verschmelzung miteinander öffnet die individuellen Arbeiten der Künstlerin für einen kollektiven Interpretationsspielraum, was den Betrachtern erlaubt ungezwungen ihre eigenen Sichtweisen und Inhalte darin wiederzuerkennen.

Kunst zu Recht Wien – KaterinaTeresidi, Wien, März 2021

Hubert Thurnhofer / Biografie

Jagoda Lessel, geboren 1949 in Madjere bei Prokuplje (Serbien), übersiedelte 1968 nach Wien, wo damals diplomierte Krankenschwestern gesucht wurden. Hier hatte sie von Anfang an einen Arbeitsplatz und eine Wohnung und konnte somit in Österreich schnell Fuß fassen, auch wenn sie damals noch nicht Deutsch konnte. Sie sprach neben Serbisch aber auch Französisch. So hat sie am Anfang mit den Kollegen und Kolleginnen am AKH auf Französisch kommuniziert. Ihre Lebensgeschichte scheint exotisch, doch man kann sie auch als typisch österreichisch bezeichnen, denn 25 Prozent aller Österreicher haben so wie Jagoda Migrationshintergrund.

„Der Mensch ist das zentrale Thema meines Schaffens“, sagt sie. Dies gilt nicht nur für den künstlerischen Werdegang von Jagoda, sondern auch für ihre berufliche Karriere als leitende Physiotherapeutin im Wiener AKH. Hier hat sie Schmerz und Leid miterlebt und zu mildern versucht. Mit medizinisch-therapeutischen Methoden konnte sie vielen Menschen helfen. Seit ihrer Pensionierung lebt Jagoda für die Kunst und in der Kunst, sofern ihr die Familie – sie hat zwei Töchter und fünf Enkelkinder – dafür Zeit lässt. Dazu kommt auch ihr Engagement als Botschafterin für Integration im Projekt Xchange.

Was vor rund dreißig Jahren als Autodidaktin begonnen hat, wollte sie mehr und mehr perfektionieren. Über mehrere Jahre besuchte sie neben Beruf und Familie die künstlerische Volkshochschule Lazarettgasse. Außerdem hat Jagoda Sommerakademien bei Prof. Anton Lehmden (Wien), Prof. Daniel Fischer (Bratislava), sowie dem aus Syrien stammenden Maler Awad Krayem absolviert. Deren Feedback hat sie ermuntert und motiviert, ihren künstlerischen Weg weiter zu gehen. Es hat sich gelohnt, denn seit 1999 kann sie auf eine beachtliche Ausstellungsliste zurückblicken: insgesamt 67 Einzelausstellungen und 115 Gruppenbeteiligungen, viele davon verbunden mit Katalogen und Online-Publikationen. Nicht zuletzt sind öffentliche und private Ankäufe Bestätigungen für die Qualität ihrer Arbeiten.

Kunsthistoriker und Ausstellungskuratoren nehmen Autodidakten oft nicht ernst, doch im 21. Jahrhundert muss dieser Begriff neu bewertet werden. An den ehemaligen Kunstakademien, die zu Universitäten mutiert sind, ist nicht viel von der klassischen Ausbildung übrig geblieben. Theoretische Forschung hat die handwerklichen, praktischen Aspekte der bildenden Kunst in den Hintergrund gedrängt. Autodidakten dagegen, die von anderen Berufen Professionalität gewohnt sind, suchen in der Regel zielstrebig nach jenen Lehrern, die ihnen bei ihrer persönlichen Weiterbildung helfen.

„Meine Liebe zu Farben und mein Wunsch kreativ zu gestalten ist die Motivation für meine künstlerische Arbeit. Menschen hinterlassen Stimmungen, die durch Farben und Formen lebendig werden. Die Abstraktion ist meine bevorzugte Darstellungsweise. Eine bleibende Konstante stellt die ständige Veränderung in meiner Themenauswahl wie in der künstlerischen Ausdrucksweise dar. So wird das Experiment zum Werkzeug, um Neues zu entdecken“, schreibt Jagoda.

Jagoda hat viel ausprobiert, von der Porträtmalerei über Landschaft bis zur Abstraktion: „Neugierde treibt mich in eine ständige Veränderung in meinen Arbeiten. Dabei wiederholen sich die Experimente nie, denn nach fünf bis zehn Werken entsteht im Kopf eine neue Idee und meist entwickeln sich die Bilder dann anders als ich dachte. Auch wenn ich mir vornehme, ein Thema auf eine bestimmte Weise zu erzählen, am Ende wird es doch anders. Denn meine innere Freiheit treibt mich in alle Himmelsrichtungen. Und so ist das Neue, das entsteht, auch jedes Mal für mich eine Überraschung.“

Bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Bilder gibt es zwei Symbole, die in Jagodas Werken immer wiederkehren: Kreuz und Kreis. Tante Jolesch würde vielleicht ironisch kommentieren: „Kein Wunder, nachdem diese gute Frau so viele Menschen mit Kreuzschmerzen behandelt hat.“ Aber auch eine seriöse Interpretation legt nahe, in der christlichen Tradition das Kreuz als Symbol des Leidens und den Kreis als Symbol des Lebenskreises von der Geburt bis zum Tode zu verstehen. Eine Anekdote, die aus dem wirklichen Leben stammt und die der Autor der „Tante Jolesch“, Friedrich Torberg, nicht besser hätte erfinden können, gibt eine zweite Erklärung für die Dominanz des Kreises: Jagodas erste Wohnung in Wien hat sie im „Narrenturm“ bezogen. Das war ab 1784 die erste psychiatrische Klinik Wiens in einem fünfstöckigen Rundbau, im Volksmund auch „Guglhupf“ genannt. Heute befindet sich dort noch das Museum des Pathologisch-anatomischen Institutes. „Kreise verbinden“ so ihr Motto, das auch Titel von Jagodas Ausstellung im Österreichischen Kulturinstitut Istanbul 2005 war.

Noch allgemeiner formuliert Jagoda ihr Credo: „Kunst verbindet, öffnet Türen, macht Freude, verschönert das Leben. Und das Schönste daran ist die aktive, brennende Freude des Künstlers, sich der Kunst zu widmen.“

„Das Tor vor dem Tore“ ist der Titel eines Bildes, das man als „typisch Lessel“ bezeichnen könnte, oder als ureigenen Stil von Jagoda Lessel, der von folgenden Elementen geprägt ist:
– Andeutung von Figuren, die oft auch als Teil einer reinen Farbflächenkomposition gesehen werden könnten;
– Grenzlinien, die aber nicht ausgrenzen, sondern immer mehrere Figuren oder abstrakte Bausteine der Komposition eingrenzen bzw. miteinander verbinden, also eingrenzen oder ;
– die Grundfarben Rot, Blau und Gelb, die sich in unzähligen Variationen in den meisten Bildern finden.

Untypisch typisch sind die beiden Werke mit dem Titel „Häuser“. Charakteristisch ist hier zwar die Farbgebung, aber dominante schwarze Linien grenzen in diesen Bildern die einzelnen Gebäude eindeutig voneinander ab. Die beiden Gemälde erinnern sogar an bautechnische Zeichnungen, man könnte sie als Aufriss- und Grundriss-Plan betrachten.

Typisch untypisch sind Bilder, die von dem, was als „Lessel-Stil“ erkennbar ist, abweichen, aber das Typische daran ist eben die Vielfalt, die Jagoda liebt. So findet man einen „Fischschwarm“ tiefblau mit türkisenen Akzenten, oder die „Abend Meditation “ in sanften Grautönen. Und dazu immer wieder Werke, die farblich durch eine Grundierung aus Sand und Sägespänen verdichtet wurden.

Jagoda Lessel ist heute eine Künstlerin, die man im Ausstellungsbetrieb nicht mehr übersehen kann. Abgesehen von zahlreichen Ausstellungen in Österreich, insbesondere Wien, war sie international bereits in Ungarn, der Slowakei, Tschechien, Serbien, Italien, Griechenland, Türkei, Deutschland, Frankreich, Spanien, Südkorea und zuletzt in Belarus (National Center for Contemporary Art, Minsk) vertreten.

Hubert Thurnhofer
www.kunstsammler.at

Georg Haslinger / Verbindungen

wenn man in der chemie von verbindungen spricht ist das eine klare definition. bei den verbindungen zwischen menschen oder zwischen mensch und natur ist das schon wesentlich komplizierter.
und diesem komplexen thema widmet sich die künstlerin jagoda lessel in ihren arbeiten.
sie verwendet für ihre verschiedenen darstellungen symbole wie das kreuz, den kreis oder brücken. bei meiner ersten begegnung mit ihr waren diese symbole und ihre innere verbindung der zugang zu ihren arbeiten.
im leben kommt man immer wieder an kreuzungen – das kreuz nicht nur als christliches symbol – an dem es entscheidungen zu treffen gilt und neue wege sich abzeichnen. aber sind die neuen wege jene die ans ziel führen und sind diese ziele auch jene die wir uns vorgestellt haben. wird im moment der entscheidung zu kurz? ist damit freude oder leid verbunden….

versteht man sich als architekt – zwischenmenschlicher beziehungen – so sind die brücken das merkmal von übergängen und erreichbarem. brücken verbinden oft unüberwindbar scheinende täler. nicht nur geographisch. auch gedankliche brücken nützen der verständigung. die brücke als meisterleistung und herausforderung architektonischer formen einerseits und als tragisches mahnmal auf der anderen seite.

der kreis als die vollendete form gilt als ausdruck des unerreichbaren. in jedem kreis finden wir einen mittelpunkt. einen mittelpunkt in unserem leben und im kontext zur umwelt. wir – die menschen – rücken uns in den mittelpunkt aller betrachtungen um uns im selben moment im spiegel der kunst wiederzuerkennen.

diese vielfältigen gedanken finden auch widerhall in den verschiedenen materialien – wie sand, sägespäne – die sie in ihren arbeiten verwendet. die dadurch entstandenen strukturen symbolisieren landschaften, durch die die verschiedenen wege führen, in ihrer unebenheit und verzweigung.
immer wieder finden wir köpfe in den arbeiten. nicht das porträt eines einzelnen sondern der kopf als zentrum unserer phantasiewelt, der speicher unserer gedanken.
die künstlerin stellt nur ihre eigene sichtweise der dinge dar, so wie es sie sieht und reflektiert für den betrachter eine eigene welt. eine ansicht in der es kein gut oder böse gibt, eine perspektive, einen ausblick. ein fenster öffnet sich und eine andere neue welt tut sich auf.

für jagoda lessel kann nichts lose im raum stehen, jeder gegenstand, jeder gedanke kann nicht allein sein, immer muss es dazu eine verbindung geben. eben wie in der chemie, wo alles definiert erscheint.
oder ist die kunst von jagoda lessel auch die erklärung für die verbindung zwischen menschen und der natur….

georg haslinger
freier ausstellungskurator
wien/österreich
juni 2007

Mag. Alexandra M. Löff / Kreise verbinden

Wiener Kunstgenuss – Arcotel Kaiserwasser Wien
12. März 2015 – Jagoda Lessel

Der Titel dieser Ausstellung : „Kreise verbinden“

Das Thema Kreis ist in den Bildern der Malerin Jagoda Lessel immer wiederkehrend – die Kreisform steht in ihren Bildern in verschiedensten Kontexten – aber es sind immer Menschen gemeint – Menschen und ihre vielfältigen Beziehungen zu einander.

Der Kreis steht stellvertretend für diese Beziehung – für z.B. den Freundeskreis, den Kreis der Familie oder aber auch den Künstlerkreis.

Menschen treffen aus den unterschiedlichsten Intentionen aufeinander und interagieren.

Es geht in den meist großformatigen Bildern von Jagoda Lessel im weitesten Sinn um das Miteinander.
Ein sehr sensibles Thema.
Wie begegnen wir unseren Mitmenschen?
Auch Migration und Integration sind hierbei eine Interpretationsmöglichkeiten.
Und das nat. nicht nur seit den jüngsten traurigen politischen Geschehnisse auf der ganzen Welt.

Denn Jagoda Lessel ist seit langer Zeit durch verschiedene soziale Engagements mit dieser Thematik beschäftigt.

Als Botschafterin für Integration bei dem Projekt „XCHANGE“ unter der Schirmherrschaft von Präsident Heinz Fischer ist die Künstlerin z.B. in Schulen zu Gast. Sie wurde als Künstlerin mit Migrationshintergrund für diese Aufgabe ausgewählt, um den SchülerInnen aus Ihrem Leben und über Ihre Arbeit und Erfahrungen zu erzählen.
Außerdem wurde die, in Serbien geborene Künstlerin bereits zwei mal für den St. Leopold-Friedenspreis des Stiftes Klosterneuburg nominiert.

Ihre Bilder entstehen zu einem großen Teil bei internationalen Künstlersymposien – z.B. in der Slowakei.
Bei solchen Symposien herrscht eine besondere meditative Stimmung während des kreativen Prozesses in großen Gemeinschaftsräumlichkeiten – immer unter Beteiligung eines Professors der Malerei, aber ganz frei in den individuellen Techniken und Farbpaletten.

Und genau solche Erfahrungen sind besonders bewegende Impulse, die sich dann in ihren Bildern verewigen.

Die Farbpalette von Jagoda Lessel kennt kaum Einschränkungen – die Farbenpracht der Natur – aus dem Wechsel der Jahreszeiten – ist seit ihrer Jugend eine immerwährende Inspiration.

Es sind sehr strahlende, sonnige Farben – aus einer sehr abwechslungsreichen Rot-Orange-Farbskala – aber immer in Kombination mit den dazugehörigen Komplementärfarben und nat. auch Schatten, um den Gegensatz auch farblich zu unterstreichen.

Denn ohne Licht kein Schatten, und ohne Freude kein Leid.

Die Künstlerin äußerst sich folgendermaßen zu ihren Kunstwerken: „Meine Arbeiten sollen einerseits Energie, Lebenskraft, Tatendrang, Freude und Zufriedenheit vermitteln, andererseits aber auch eine Auseinandersetzung mit Schmerz, Leid und Tod sein.“

Die Abstraktion ist dabei ihre bevorzugte Darstellungsweise – es ist die Auflösung des Gegenständlichen zu verschwommenen Formen und Farbflächen mit großer Intensität.

Unter der Zuhilfenahme der Abstraktion in der Kunst ist es möglich spannende Wahrnehmungsphänomene der menschlichen Psyche zu aktivieren.

Der erste Impuls des Betrachters ist das Gemälde als abstrakt zu bewerten, aber die Sinne schärfen sich bei längerer Betrachtung und erkennen unwillkürlich Konturen. Konturen von Gestalten, vielleicht sogar mit menschlichen Zügen.

Der Titel eines Gemäldes ist dann sogar zweitrangig – der Betrachter kann und soll in den Bildern von Jagoda Lessel seine eigene Geschichte finden. Das ist ein sehr spannender und auch entspannender Zugang zur Bildenden Kunst.

Mag. Alexandra M. Löff
Kunsthistorikerin

Swissartexpo

Mit Jagoda Lessel gesellt sich eine erfahrene und begnadete Künstlerin zur SWISSARTEXPO 2021
Ihr neuer Kunstkatalog wird ebenfalls exklusiv präsentiert

Zürich (09.08.2021) – “Das Schönste daran ist die aktive, brennende Freude des Künstlers, sich der Kunst zu widmen” – so empfindet die aus Serbien stammende Malerin Jagoda Lessel, die 1949 geboren wurde und 1968 Wien zu ihrer Wahlheimat und zu ihrem Schaffensort erwählte. Vom 25. bis 29. August 2021 dürfen Liebhaber der ausdrucksvollen Malerei Lessels Werke exklusiv in der ehrwürdigen SBB Eventhalle des Zürcher Hauptbahnhofes bestaunen.

Als unterdessen seit 11 Jahren pensionierte Physiotherapeutin im Wiener AKH beschäftigte sich die emphatische Malerin zeit ihres Lebens mit allem Menschlichen und Emotionalen. Ihrer Verbindung zu allem Leben, zu Personen, Tieren und der sie umgebenden Welt räumt sie stets einen kausalen Platz in ihren lebendigen, farbenfrohen und ergreifenden Werken ein. Eine intensive und spürbare Kraft entsteht durch die eindrucksvollen Kombinationen von erkennbaren Formen, Themen und Pinselführungen, die es insgesamt immer vermögen, einen verständlichen Kontext widerzuspiegeln.

Jagoda Lessel gehört zu den Kunstikonen, die ihr ganzes Leben, Eindrücke, Erlebnisse und die Wege des Schicksals in ihren Bildern verarbeitet und in der Kunst den entscheidenden Charakter entdeckt hat, der es ihr selbst ermöglicht, sich in jeder kreativen Form auszudrücken und ihre Gefühle mit ihren Mitmenschen zu teilen. Das gelingt der gefühlsechten Malerin auf eine besonders liebevolle und harmonische Art und Weise. Sie schätzt das Imposante, Grenzenlose, Tiefgründige und Allumfassende der Kunst und ehrt sie mit einem unglaublichen intensiven und langlebigen Entwicklungsprozess, der sich zuletzt in ein harmonisches Kunstwerk verwandelt. Nicht unbedingt die Symmetrie, sondern vor allem das Authentische kommt in ihren fast verträumten Bildern wertvoll zum Vorschein. Ihre Bilder laden wahrlich dazu ein, darin zu versinken und die Zeit für einen Moment lang zu vergessen.

Viele von Jagoda Lessels Werken haben bisher in insgesamt 67 Einzelausstellungen und 115 Gruppenbeteiligungen (viele davon in Verbindung mit der Veröffentlichung von Katalogen und Online-Publikationen) eine würdevolle Bühne erhalten. Begonnen hat sie ihre künstlerische Karriere im Jahre 1990, worauf 1999 schon bald die erste Ausstellung in der AKH Galerie folgte. International ist Jagoda Lessel unterdessen u.a. in Ungarn, Frankreich, Tschechien, Deutschland, Südkorea (Seoul), Serbien, Italien (Verona), Türkei (Istanbul), Griechenland (Athen), Spanien (Ibiza) und Belarus (Minsk) in der Branche bekannt.
Nun wird sie die Besucher der diesjährigen SWISSARTEXPO vom 25. bis 29. August 2021 in Zürich nun auch mit drei Bilder ihrer lebens- und menschennahen Kunst begeistern. Die Gemälde “In Verbindung mit der ganzen Welt 1” in Mischtechnik, “In Verbindung mit der ganzen Welt 2” und das Kunstwerk “Wenn die Gassen Straßen werden” in Acryl sind fantastische Auszüge aus dem beispielhaften und farbintensiven Repertoire der Malerin, die nicht nur ihr Handwerk versteht, sondern den Betrachter auch im Herzen berührt. Während des Kunstfestivals haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, ihre Meisterwerke digital zu bewundern und sich über den neu aufgelegten Kunstkatalog mit einer einzigartigen Sammlung weiterer Arbeiten von Jagoda Lessel freuen.

Aussender: ARTBOX GROUPS GmbH